Schmetterlinge
Ein echter Hingucker! Schmetterlinge überraschen uns immer wieder mit tollen Farben und Mustern. Die „Topmodels“ der bayerischen Wiesen sind nicht nur schön sondern auch enorm wichtig und nützlich. So zählen Sie neben den Bienen zu den wichtigsten Bestäubern unserer Blüten und Pflanzen und locken weitere Tiere, wie zum Beispiel Vögel auf unsere Wiesen.
Beschreibung
Der Name dieses Schmetterlings ist in der kontrastreichen Schwarz-, Rot- und Weißfärbung begründet, da diese Zeichnung an die prächtige Uniform eines Marineoffiziers – eines Admirals – erinnert.
Admirale wandern jedes Jahr im Frühling aus Südeuropa und Nordafrika über die Alpen bei uns ein. Hier finden sie die Nahrungspflanze für ihre Raupen, die Brennnessel. Die Raupen spinnen sich in akribischer Feinarbeit ein Brennnesselblatt zu einer Tüte zusammen und sind darin vor den Blicken ihrer Feinde geschützt. Zeitgleich dient die Tüte als Nahrung.
Gegen Ende des Sommers versammeln sich viele Admirale gern an Fallobst und nektarreichen Blüten um sich für ihren Rückflug ins Winterquartier nach Nordafrika zu stärken.
Seit einigen Jahren überwintern aber immer mehr Admirale bei uns in unseren milder werdenden Wintern.
Beschreibung
Der C-Falter sieht einem vertrockneten Blatt sehr ähnlich. Zum einen seiner gemischten Brauntöne, zum anderen seiner ungewöhnlich zackigen Flügelform wegen. Diese Tarnung nützt ihm den Winter über, wenn er im Laub seinen Winterschlaf hält.
Im zeitigen Frühling beginnt er mit Partnersuche und Eiablage. Die Raupe lebt auf vielen verschiedenen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen.
Seinen Namen hat dieser Schmetterling von der kleinen, weißen Zeichnung auf der Unterseite der Hinterflügel, die deutlich wie der Buchstabe „C“ aussieht.
Beschreibung
Der Distelfalter ist ein Wanderfalter, der jährlich im Frühling bei uns einwandert. Er überwintert im marokkanischen Atlasgebirge und bei Massenvermehrung kommen Millionen von Schmetterlingen im Frühling bei uns an.
Ihre rasanten geradlinigen Flüge fallen hier besonders auf. Nur selten setzen sie sich ab um Nektar zu saugen. Vor allem auf Feldwegen und in offener, trockener Landschaft halten sich die Schmetterlinge gerne auf.
Sie legen ihre Eier an Brennnesseln und Disteln am Weges- und Feldrand ab. Die Raupen leben einzeln und richten keinerlei Schaden an. Die neue Generation des Distelfalters fliegt im Herbst wieder zurück nach Nordafrika.
Beschreibung
Die Raupe dieses dunkelblau und braun gefärbten Schmetterlings frisst für einige Tage an den Knospen des Wiesenknopfes. Dann sondert sie aus Drüsen am Körperende süße Honigtröpfchen aus und lockt Ameisen an. Die Ameisen tragen die Raupe nun als vermeintliche Honiglieferantin in deren Bau. Hier stellt die Raupe ihre Nahrung um und ernährt sich von der Ameisenbrut. Sie nimmt den Geruch der Ameisen an und wird somit als „falsche Ameise“ akzeptiert.
Im Schutz des unterirdischen Baus ist die Raupe vor Fressfeinden sicher und auch die Kälte im Winter kann ihr nichts anhaben.
Im Sommer des darauffolgenden Jahres schlüpft der Falter, der nun schnellst möglich den Bau verlässt, da er nach Verlassen der Puppenhülle nicht mehr nach Ameise riecht und als Feind angegriffen wird. Nun beginnt der Zyklus aufs Neue, denn die frischen Ameisenbläulinge legen nach der Paarung wieder ihre Eier an die Knospen des Wiesenknopfes.
Beschreibung
Die Gamma-Eule gehört zu einer großen Familie von Nachtfaltern. Sie verfügt über kleine Ohrmuscheln unter dem dichten Haarkleid und kann so den Ultraschall von Fledermäusen hören. Sofort reagiert sie mit wendigen Flugmanövern und kann so manchem Fledermausangriff ausweichen. Auch das dichte Haarkleid schützt vor Fledermäusen, denn es absorbiert einen Großteil des Schallspektrums und so wird der Falter für die Fledermaus regelrecht unsichtbar.
Ihren Namen hat die Gamma-Eule nach dem weißen Fleck im Vorderflügel, der an den griechischen Buchstaben „Gamma“ erinnert. Die braun und grau gemusterte Zeichnung dient der Tarnung in trockenem Pflanzenmaterial, worin der Falter den Großteil des Tages in Ruhe verbringt. Gegen Abend und teils schon am Nachmittag beginnt die Aktivitätsphase und obwohl manche Gamma-Eule tagsüber auf Blüten zu beobachten ist, bleibt sie doch ein Nachtfalter.
Beschreibung
Der Große Kohlweißling ist in den letzten Jahrzehnten immer seltener geworden. Ein schlechter und absolut ungerecht fertigter Ruf eilt ihm voraus.
Seine Raupen entwickeln sich auf Kohlgewächsen. Gerade in Hausgärten finden Große Kohlweißlinge ideale Voraus setzungen für ihre Raupen. Entgegen ihres ursprünglichen Verhaltens ihre Eier über weite Strecken einzeln zu verteilen, legen sie ganze Großgelege in Kohlfelder. Die damit in Mas sen auftretenden Raupen können dann den Kohlköpfen stark zusetzen und werden als Schädlinge bekämpft und ver nichtet. So sterben großflächige Populationen dieses Schmet terlings im Raupenstadium.
So auffallend der weiß leuchtende Schmetterling für uns erscheint, umso unscheinbarer ist er unter UV-Licht. Die weiße Farbe ist für Vögel im UV-Spektrum eintönig samtig schwarz-braun. So ist der Falter optisch vor Fressfeinden geschützt.
Beschreibung
Genau wie sein naher Verwandter, der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, lebt auch der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling nach kurzer Fressphase am Wiesenknopf von der Brut von Ameisen. Er ist allerdings wesentlich seltener.
Zum Unterschied finden sich auf der Flügelunterseite zweireihige Punktbänder und auf der Flügeloberseite ist ein helleres Blau vorhanden. Ameisenbläulinge sind jeweils an eine ganze bestimmte Ameisenart gebunden.
Selbst streng verborgen unter der Erde lebenden Ameisenarten sind durch das Vorkommen des Schmetterlings nachzuweisen, auch wenn sie sich oberirdisch nie zeigen. Umgekehrt kann durch das Vorkommen der Ameisenart in Verbindung mit dem Wiesenknopf das Vorkommen des Ameisenbläulings bestätigt werden, selbst wenn seine Raupen außerhalb der Flugzeit verborgen unter der Erde im Ameisenbau leben.
Beschreibung
Heufalter gehören zur Familie der Weißlinge, obwohl ihre Grundfärbung von Hellgelb bis Orange reicht. Im Frühling und Hochsommer patrouillieren sie im schnellen Flug über Wiesen auf der Suche nach den unscheinbar blass-weißlichen Weibchen.
Der Name „Goldene Acht“ bezieht sich auf die Zeichnung in der Mitte der Unterseite der Hinterflügel, die an eine „8“ erinnert. Die Raupen der Heufalter fressen an verschiedenen Klee-Arten und sie überwintern in der Nähe der Futterpflanze, verborgen im Erdreich oder unter Steinen und zwischen Wurzeln.
Für einen Großteil der Fressfeinde sind die auffällig gefärbten Falter ungenießbar. Vor allem Vögel haben nach erstem Kontakt gelernt, dass sie diesen Schmetterlingen nicht nachstellen brauchen.
Beschreibung
Die grelle blaue Farbe ist für die Familie der Bläulinge namensgebend. Die Männchen schillern in unterschiedlichen Blautönen, während die Weibchen sehr unscheinbar braun gefärbt sind. Dabei sind die blauen Schuppen dieser Schmetterlinge keineswegs von Farbpigmenten blau gefärbt, sondern die schillernde Farbe entsteht durch Lichtbrechung in Hohlräumen innerhalb der Schuppenstruktur. Sämtliche Wellenlängen werden absorbiert, lediglich die Blautöne werden reflektiert.
Bläulinge sind aus keiner intakten Wiese wegzudenken.
Sie fliegen gerne in kleinen Gruppen und versammeln sich auch abseits der Blüten zu mehreren an nasser Erde, um Mineralstoffe aufzunehmen. Die Raupen fressen an Klee-Arten.
Eine Eigenart der Bläulinge ist die Übernachtung in sogenannten Schlafgesellschaften. Viele Dutzend Tiere sammeln sich an engster Stelle in der Wiese und verbringen eng zusammengerückt an Grashalmen die Nacht.
Beschreibung
Feuerfalter gehören auch zur Familie der Bläulinge, obwohl sie nicht in unterschiedlichen Blautönen schillern, sondern in intensiven Rot- und Orangetönen glitzern. Es sind auch typische Wiesenschmetterlinge, halten sich aber auch gerne auf Feldwegen auf. Ihre Raupen fressen an Sauerampfer und die Überwinterung erfolgt als Ei oder junge Raupe.
Die auffällige Färbung hat gerade im Spätsommer und Herbst eine hervorragende Tarnwirkung, wenn die Vegetation mit Braun-, Orange- und Rottönen dominiert. Auch am Boden beim Saugen von Mineralien sind die Rottöne nur schwer zu entdecken. Genau wie alle Arten aus der Familie der Bläulinge versammeln sich Feuerfalter am Abend zu Schlafgesellschaften im hohen Gras.
Beschreibung
Der kleine Fuchs hat seinen Namen von der fuchsroten Grundfarbe der Flügel. Die ist im Sommer und Herbst am intensivsten. Nach der Überwinterung verblasst die Färbung und der Schmetterling erscheint graubraun. Den Winter über sitzt er in Astlöchern, Rindenritzen, Holzstapeln und auch in Speichern und Kellern. Seiner Körperflüssigkeit wird der Wasseranteil entzogen und so kann er nicht erfrieren.
Sobald im Frühling mildere Temperaturen Einzug halten beginnt der Falter mit dem Flug. So ist er einer der Ersten im Jahr und taucht an Frühblühern wie Huflattich und Winterling oder in Gärten an Tulpen und Narzissen auf. Die Raupen fressen in sogenannten Gespinsten zu mehreren Dutzend an Brennnesseln. Als Nahrung für den Falter dient Blütennektar genauso wie Fallobst oder Aas in Form toter Tiere oder Kot.
Beschreibung
Der Kleine Kohlweißling und ein naher Verwandter, der Rapsweißling, zählen zu unseren häufigen Schmetterlingen. Die Großzahl an Rapsfeldern für nachhaltige Energiegewinnung, begünstigt die Massenvermehrung dieser Schmetterlinge. Die Nahrung für Raupen und auch Falter steht üppig zur Verfügung, allerdings fallen sehr viele Raupen und Schmetterlinge der Schädlingsbekämpfung zum Opfer.
Auch andere Tierarten, die sich ihrerseits von Raupen und Schmetterlingen des Kohlweißlings ernähren nehmen in dieser Art und Weise das Gift auf und gefährden unwissentlich ihre eigene Population.
Zur Ergänzung des süßen, klebrigen Nektars benötigen die zierlichen Schmetterlinge Mineralstoffe, die sie aus nasser Erde aufsaugen. Hierzu versammeln sie sich wie auf ein geheimes Kommando hin auf ganz bestimmten Stellen im Wiesengrund oder auf Wegen.
Beschreibung
Die unscheinbaren Wiesenvögelchen schweben meist unbemerkt über und zwischen hohen Gräsern. Die gedeckte Färbung ist nicht sonderlich auffallend und auch die Größe von etwa 1 cm fällt nicht sofort ins Auge.
Genauso verborgen wie die Falter leben die Raupen. Sie fressen an verschiedenen Gräsern und halten sich tagsüber in Erdnähe oder unter Wurzeln versteckt. Nur zum Fressen kommen sie kurz an die Halme. Die Hauptaktivität findet Nachts statt. Die Raupe kann in jedem Alter überwintern und frisst damit bis spät in den Herbst hinein, oftmals noch bis November.
Genauso findet man an milden Novembertagen auch noch frische Falter, die eine späte Generation beginnen und deren Jungrauen ab Dezember ebenfalls unbeschadet überwintern können.
Beschreibung
Der Schwalbenschwanz ist unser größter Schmetterling. Seinen beiden Schwänzen an den Hinterflügeln verdankt er seinen Namen.
Männchen versammeln sich gerne zur Balz um Hügelkuppen. Weibchen durchstreifen unsere Region und legen Eier an Wiesenkräutern wie Kümmel, Wilder Möhre, Kerbel und Wiesensilaus. Die Raupe findet man auch in Hausgärten an Gelber Rübe oder an Petersilie.
Beschreibung
Einer unserer auffallendsten Tagfalter darf auf keiner Wiese fehlen. Markant sind vier bunte Augenzeichnungen. Diese bunten Augen dienen allerdings nicht dem Sehen, sondern nur der Abschreckung von Fressfeinden. Im Gegensatz zur bunt leuchtenden Oberseite ist die Unterseite der Flügel schiefergrau und schwarz gefärbt. Mit geschlossenen Flügeln ist das Tagpfauenauge im Sitzen somit sehr schwer zu entdecken.
Den Winter über sitzt der Falter in Astlöchern, Rindenrissen, Holzstapeln oder auch in Speichern und Kellern von Häusern und lässt sich einfrieren. Damit kann er im zeitigen Frühjahr bei den ersten warmen Sonnenstrahlen sofort losfliegen und mit Paarung und Eiablage beginnen.
Die Rauen des Tagpfauenauges fressen in großen Herden an Brennnesseln und fertigen ein seidiges Gespinst an, das die Pflanzen überzieht. Im Schutze dieses Gespinstes ist es Vögeln fast unmöglich, sich einzelne Raupen zu schnappen.
Die Raupen besitzt zudem Dornen, die sich bei Berührung allerdings als harmlos und nicht stechend erweisen.
Beschreibung
Das Taubenschwänzchen nimmt in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung unter den Schmetterlingen ein. Es ist ein Nachtfalter aus der Familie der „Schwärmer“. Die Eigenart der Schwärmer ist ihr auffallender Flugstil, der eher an einen Kolibri erinnert, als an einen Schmetterling. Sie können vor Blüten schwirrend in der Luft stehen und mit ihren langen Saugrüssel im Flug Nektar aus den Kelchen trinken. Damit entgehen sie der Gefahr bei einer Landung eventuell einer Spinne zum Opfer zu fallen. Allerdings benötigen sie durch den ununterbrochenen Schwirrflug enorme Energie, die sich durch extrem häufige Blütenbesuche decken. Das Taubenschwänzchen ist trotz Zugehörigkeit zu den Nachtfaltern nur am Tag aktiv.
Im Frühling wandern diese Schmetterlinge aus Südeuropa und Nordafrika bei uns ein, um hier eine neue Generation zu entwickeln. Tausende Kilometer legt ein Taubenschwänzchen für den Nachwuchs zurück. Bei uns leben die Raupen am Labkraut und die neue Faltergeneration wandert im Herbst wieder zurück nach Nordafrika.
Beschreibung
Der Zitronenfalter ist ein Schmetterling der Superlative. Er ist mit zehn Monaten Lebenszeit als Falter unser am längsten lebender Schmetterling. Die frischen Zitronenfalter schlüpfen etwa im Mai/Juni und leben bis in den März des darauffolgenden Jahres .
Nur die Männchen haben die leuchtend gelbe Färbung, die Weibchen hingegen sind weiß und werden oft mit Kohlweißlingen verwechselt. Da Kohlweißlinge für Vögel ungenießbar sind, werden auch Zitronenfalter-Weibchen so gut wie nie von Vögeln angegriffen.
Im August halten die Falter einen mehrwöchigen Sommerschlaf um der Sommerhitze und –trockenheit zu entgehen. In einer Flugphase bis etwa Oktober nehmen die Falter Nektar auf, um Kraft und Energiereserven für den Winterschlaf zu bilden. Von etwa November bis Februar/März halten sie Winterschlaf und lassen sich frei sitzend an Sträuchern und Ästen einfrieren. Im Frühling – teilweise noch bei Schnee - legen sie schließlich die Eier an knospen des Faulbaumes ab und sterben. Dort ernähren sich die Raupen später von den frisch austreibenden Blättern.
Der Zitronenfalter ist das einzige Tier, das zwei Schlafphasen im Jahr hat – Sommerschlaf und Winterschlaf.